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Chronik 2004



Grand Prix Premiere gelungen


Ausgezeichnete Stimmung bei den Ringerinnen, den Gästen und dem Veranstalter machten das Turnier zu einen Event.

Zwei Tage kämpften 229 Ringerinnen aus 17 Nationen im TSV Bayer Sportcenter in Dormagen beim Grand Prix der Bundesrepublik Deutschland 2004 – Ringen Frauen um die Medaillen. Trotz des Umzuges von der Dreifachturnhalle an der Gesamtschule in Nievenheim in die TSV-Sporthalle und der damit verbundenen Änderungen der Rahmenbedingungen verlief alles reibungslos.

Bereits am Freitag waren die Teilnehmerinnen mit ihren Trainern und Betreuern angereist, waren für die Einteilung in die verschiedenen Gewichtsklassen über die Waage gegangen und hatten anschließend ihre Hotelzimmer bezogen. So konnten am Samstagmorgen die Wettkämpfe pünktlich beginnen.

Unter den aufmerksamen Augen des Österreichers Norbert Ratz, der im Auftrag des Weltringerverbandes FILA das Turnier beobachtete und begleitete, fanden 380 Kämpfe auf den drei ausliegenden Matten statt.

Da bereits am Samstagmittag abzusehen war, dass der Zeitplan aufgrund der großen Teilnehmerzahl nicht einzuhalten war, wurden die Kampffolgen nur durch die offizielle Eröffnungszeremonie unterbrochen. Ansonsten wurde ohne Pause bis abends um 19.45 Uhr auf allen drei Matten durchgekämpft. Flexibel reagierte die Hallengastronomie, die die Versorgung der Gäste trotz der unvorhergesehenen Anzahl und Dauer während des gesamtes Tages sicherte.

Bis zum Samstagabend wurden dann 265 Kämpfe durchgeführt. Bereits hier zeigte sich, dass in der Altersklasse der Frauen die deutsche Mannschaft von Bundestrainer Jürgen Scheibe in der Gesamtwertung ganz oben mitmischen würde. In der Altersklasse der Kadettinnen der Jahrgänge 1987-1989 dominierten wie im Vorjahr die Teams aus Russland und Schweden, bei den jüngsten Teilnehmerinnen (Jahrgänge 1990/1991) zeigten ebenfalls die Schweden die erfolgreichsten Kämpfe.

Bis auf eine Ausnahme gab es nur kleinere Blessuren. Ausgerechnet Ivonne Ewert vom Gastgeber AC Ückerath verletzte sich in ihrem zweiten Kampf an der Schulter so schwer, dass sie vorzeitig aufgeben musste.

Bereits um 09.00 Uhr ging es dann am Sonntag weiter. Bis zu den Finalkämpfen der Frauen und Juniorinnen wurde auf drei Matten weitergekämpft. Erst für die Abschlusskämpfe in dieser Altersklasse wurden zwei Matten geschlossen, so dass alle die Auseinandersetzung der Besten aufmerksam verfolgen konnten.

Und das lohnte sich: In der 44-kg-Klasse holte sich die deutsche Meisterin Annika Hofmann durch einen technisch überlegenen Punktsieg über die Kanadieren Ashley McKilligan den Gesamtsieg.

Die mehrfache Welt- und Europameisterin Brigitte Wagner, die Deutschland bei den olympischen Spielen in Athen in der 48-kg-Klasse vertreten wird, verwies die Russin Irina Danilova (Europameisterschaftsdritte) ebenfalls mit einem technisch überlegenen Punktsieg nach knapp viereinhalb Minuten auf den zweiten Platz.

Die dritte Siegerin war Nicole Hauptmann, die ebenfalls für den Deutschen Ringer-Bund startete: Mit einem Schultersieg über die Russin Alena Adashinskaya hatte sie den Gesamtsieg in der 51-kg-Klasse in der Tasche.

Im Finale der 55-Kg-Klasse standen sich die erfolgreiche schwedische Olympiateilnehmerin und amtierende Europameisterin Ida Therese Karlsson und die Kanadierin Laura McDougall gegenüber. Am Ende der regulären Kampfzeit stand es 8:0 für die Schwedin, die damit Turniersiegerin dieser Gewichtsklasse wurde.

Auch die 59-kg-Klasse ging an Schweden: Europameisterin Helena Alandi schulterte nach nur 2:02 Minuten die deutsche Christiane Knittel.

Für die heimischen Zuschauer erfolgte anschließend der wohl von den meisten mit großer Spannung erwartete Kampf zwischen der Ückeratherin Stéphanie Groß, die ebenfalls im Trikot der Nationalmannschaft startete, und Nikola Hartmann-Dünser. Die mehrfache Welt- und Europameisterin aus Österreich war unter anderem an der deutschen Vizeeuropameisterin im Kampf um ein Olympiaticket gescheitert. Zunächst konnte Hartmann-Dünser mit einer Zweierwertung punkten, nachdem Groß wegen Passivität in die Bodenlage musste. Den Ausgleich schaffte die Ückeratherin, nachdem die Österreicherin aus dem gleichen Grund ebenfalls in die Bodenlage geschickt wurde. Mit einer Einserwertung ging sie anschließend in Führung. Nikola Hartmann-Dünser schaffte jedoch den Ausgleich und konnte sich nach einer Unachtsamkeit von Stéphanie Groß praktisch mit dem Schlusspfiff den alles entscheiden den vierten Punkt zum glücklichen Sieg sichern.

Katerina Burmistrova aus der Ukraine, Europameisterin in der 67-kg-Klasse, war mit Schulter- und technisch überlegenen Punktsiegen bis ins Finale marschiert und konnte auch Stefanie Howorun aus Kanada nach 2:35 Minuten schultern.

Die mehrfache Europa- und Weltmeisterin Anita Schätzle sah sich im Finalkampf der 72-kg-Klasse der ukrainischen Vizeeuropameisterin Svetlana Sayenko gegenüber. Beide Ringerinnen haben sich für die olympischen Spiele qualifiziert, so dass auch diese Auseinandersetzung auf ganz hohem Niveau stattfand. Beide hatten die Vorrundenkämpfe souverän für sich entscheiden können und auch das Halbfinale problemlos überstanden. Wenngleich es zu Anfang so aussah, als ob es eine knappe Entscheidung werden würde, konnte die Ukrainerin doch relativ früh einen Punktevorsprung herausholen und weiter ausbauen. Sie beendete den letzten Kampf des Turniers mit 9:3 Punkten.

Ausrichter AC Ückerath vermeldete am Schluss neun Ringerinnen unter den ersten acht: Ramona Ballas (Jg. 1990/1991) war am erfolgreichsten und gewann die Goldmedaille. Stéphanie Groß wurde zweite. Janine Grunewald und Jasmin Franzkowski (beide 1990/1991) erhielten am Schluss Bronze. Yvonne Hees (Frauen) wurde vierte, Michelle Beuler fünfte, Michelle Meyer (beide 1990/1991) und Natascha Ballas (1987-1989) siebte, ihre Schwester Franziska (1990/1991) achte.

In der Altersklasse der Frauen belegte die deutsche Mannschaft am Ende Platz eins, gefolgt von Schweden, Russland und der Ukraine. Bei den Kadettinnen 1987-1989 führte Russland vor Schweden, Deutschland und Kanada. Als erfolgreichste Mannschaft in der Altersklasse 1990-1991 wurde das schwedische Team gekürt, gefolgt vom AC Ückerath und den Ringerinnen der Landesverbandes Baden-Württemberg sowie des holländischen Vereins KSV Simson-Landgraaf.

In der Zusammenfassung aller Ergebnisse, ging die Mannschaftswertung, wie schon in den beiden Vorjahren, an das schwedische Team mit seinen 45 Ringerinnen. Platz zwei belegt das Nationalteam Deutschland (25 Teeilnehmerinnne), Platz drei Russland (17 Teilnehmerinnen). Rang vier belegte Kanada (20 Ringerinnen), Rang 5 Ukraine (6 Ringerinnen) und Rang 6 Österreich (7 Athleinnen). Ausrichter AC Ückerath (15 Teilnehmerinnen), der die Silbermedaille von Stephanie Groß in die Wertung der deutschen Nationalmannschaft mit einfließen lassen musste, wurde Siebter und damit bester Einzelverein.


Am Mattenrand notiert

  • Weil die mit einem Kleinbus angereisten Ringerinnen aus Moldawien kein Geld für die eine Hotelübernachtung hatten (das durchschnittliche Monatseinkommen in Moldawien beträgt 50 Euro), wollten sie mit ihren beiden Betreuern irgendwo in ihrem Auto übernachten und baten darum, in der Sporthalle duschen zu können. Spontan erklärten sich die Eltern Wilma und Hans der ACÜ-Kampfrichterin Silke Volk bereit, die sechsköpfige Mannschaft in ihrem Wohnwagen und ihrem Haus unterzubringen und zu versorgen. Beim Abschiednehmen am Montag Morgen waren aus Fremde Freunde geworden.
  • Unter das Motto „Als Gäste gekommen – als Freunde gegangen“ stellte auch der Bürgermeister der Stadt Dormagen Reinhard Hauschild seine Rede anlässlich des Empfangs der Delegationsleiter, Kampfrichter und Ehrengäste am Samstagabend in den Räumen des Hotels Dormotel. Die meisten Gäste hatten es nicht weit: der AC Ückerath hatte das komplette Haus für die Unterbringung der Mannschaften und Offiziellen gebucht, die sich dort sehr wohl und ausgezeichnet betreut fühlten. Auch die Hotels Cöllner Hof und Ragusa in Dormagen waren fest in Ringerinnenhand.
  • Rita Fleiter Wurg, Frauenreferentin des Deutschen Ringerbundes, fühlt sich beim AC Ückerath und in Dormagen immer sehr wohl. Mit dem Satz „Die Welt zu Gast bei Freunden“ begann sie ihre Rede und dankte vor allem den vielen ehrenamtlichen Helfern, die es geschafft hatten, diese hochkarätige Veranstaltung auf die Beine zu stellen.
  • Rudolf Esser, Geschäftsführer der evd Energieversorgung dormagen gmbh, war bereits zum dritten Mal hintereinander Schirmherr des Pfingstturniers. Nach wie vor zeigte sich der ehemalige Judoka eng verbunden mit der Veranstaltung.
  • Sehr zufrieden war auch der Österreicher Norbert Ratz, der das Turnier im Auftrag des Weltringerverbandes beobachtete und prüfte. Er hatte keinen Grund zur Beanstandung und die Veranstalter lernten einen sympathischen Menschen kennen, der kleinere Unstimmigkeiten souverän löste und jederzeit mit Rat und Tat zur Seite stand.
  • 28 Kampfrichter/innen wachten an drei Matten über 380 Kämpfe. Viele von ihnen waren schon mehrmals beim „Hans-von-Zons-Turnier“ dabei und bestätigten auch diesmal, dass sie gerne zu diesem Turnier anreisen und auch im nächsten Jahr wiederkommen möchten.
  • Mehr als 70 Gäste waren in der Zeit von Dienstag bis Freitag mit dem Flugzeug angereist. Im Vorfeld wurden sie von freiwilligen Helfern mit Kleinbussen und Privatfahrzeugen vom Flughafen in Düsseldorf abgeholt und zum Teil auch an den Tagen vor dem Turnier vom Hotel zum Training transportiert und betreut. An den Turniertagen selbst stellte die Firma Hillmann aus Dormagen einen Bus zur Verfügung, der den Transport der Mannschaften übernahm.
  • Die russische Delegation hatte ihre Teilnahme nicht verbindlich zugesagt und übermittelte erst am Donnerstagnachmittag per Fax, dass sie am Freitagmorgen um kurz vor zehn mit 23 Personen am Flughafen in Düsseldorf landen würde. Da zu dieser Stunde die Mannschaft aus Großbritannien sowie zwei Schwedinnen erwartet wurden, mussten ganz kurzfristig zusätzliche Fahrzeuge organisiert werden, um die insgesamt 32 Gäste zeitgleich nach Dormagen zu transportieren.
  • Dass der Verein sich auf seine Helfer verlassen kann, zeigte sich am Donnerstagabend. Eigentlich sollte für den Transport von über 400 qm Mattenteile ein LKW zur Verfügung stehen, der jedoch nicht rechtzeitig eingesetzt werden konnte. In einem fünfstündigen Kraftakt wurden daraufhin die mehr als 240 Mattenteile, die jeweils ca. 2 qm messen, mit einem gemieteten Klein-LKW sowie den vorhandenen Kleinbussen einzeln von Worringen, Neuss und Nievenheim in die TSV-Halle an den Höhenberg gebracht.
  • Wie schon in den Vorjahren unterstützte die Bertha-von-Suttner-Gesamtschule die Veranstaltung: Die Schüler/innen der Klasse 10 f übernahmen erneut den Mattenaufbau am Freitag unter Führung ihres Klassenlehrer Dieter Kürten.
  • Auch von den umliegenden Vereinen kam Hilfe: So saßen zum Beispiel an den Punktetafeln und Zeitnehmerplätzen auch Mitglieder der Ringervereine, mit denen der AC Ückerath freundschaftliche Beziehungen unterhält.
  • Bei der Eröffnungszeremonie am Samstag bildeten die jungen Tänzerinnen der israelischen Partnerstadt, Kiryat-Ono, ein Highlight. Die Gruppe, die über Pfingsten Dormagen besuchte, begeisterte die Zuschauer mit zwei mitreißenden Tänzen.
  • Am letzten Turniertag überraschte der russische Delegationsleiter Bundestrainer Jürgen Scheibe mit der Mitteilung, dass neben der deutschen Mannschaft und mehreren kanadischen Ringerinnen auch neun seiner Teammitglieder das im Anschluss an das Turnier vorgesehene Trainingslager in Hennef besuchen würden. Der ACÜ reagierte spontan um Jürgen Scheibe zu unterstützen: Damit der unvorhergesehene Transport bewältigt werden konnte, wurden zwei Kleinbusse einschließlich Fahrer zur Verfügung gestellt.
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