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Chronik 2014



Grand Prix von Deutschland 2014, Ringen Frauen und Mädchen in Dormagen (Jörg Richter)


(08.06.2014 / ) Weltklassekämpfe in Dormagen / Nadine Weinauge schultert Europameisterin Grigorjeva / Aline Focken gewinnt Grand Prix der Ringerdamen

Dormagen - Es war die Überraschung des Grand Prix der Frauen und Mädchen in Dormagen, als Nadine Weinauge (63 kg/KSK Furtwangen) die amtierende Europameisterin Anastasia Grigorjeva (LAT) auf beide Schultern drückte. Die DRB-Ringerin kämpfte sich letztendlich zu Bronze, Grigorjeva musste für den Rest des Wettkampfes, zu dem 240 Ringerinnen aus 21 Nationen angereist waren, zuschauen.

Das hübsche Aushängeschild des deutschen Frauenringkampfs Aline Focken (69 kg/KSV Krefeld) unterstrich ihren Aufwärtstrend mit einem Turniersieg. Im Finale setzte sich die deutsche Auswahlringerin gegen Cynthia Vescan (FRA) souverän mit 4:0 Wertungspunkten durch. Die eigentliche Überraschung gelang Aline Focken im Halbfinale, als sie Nadya Sementsova (AZE) mit einem 11:0-Überlegenheitserfolg vorzeitig von der Matte fegte. "Aline hat gezeigt, dass sie mit der Spitze mitkämpft", lobte Disziplintrainer Patrick Loes die deutsche Turniersiegerin, freute sich jedoch auch über insgesamt 6 deutsche Ringerinnen, die im Frauenbereich neben Aline Focken in die Medaillenkämpfe eingriffen.

Im leichtesten Limit unterlag Katharina Baumgartner (48 kg/SC Anger) nach siegreicher Vorrunde, im Finalduell der Olympiazweiten von London 2012 Mariya Stadnyk (AZE) und gewann damit Silber, den Bronzerang erkämpfte im gleichen-, mit 21 Ringerinnen gut besetzten Limit Jane Schmieder (AC Werdau). Eine Kategorie höher verpasste Eileen Friedrich (53 kg/RSV Hansa 90 Frankfurt/O.) Bronze gegen Lenka Martinakova (CZE) nur um Haarebreite, Platz 5 am Ende für die Brandenburgerin. Auch Kimberly Grieß (69 kg/AC Ückerath) scheiterte im kleinen Finale um Bronze an Nadya Sementsova (AZE) und erreichte damit ebenfalls Rang 5. Nadine Weinauge (63 kg/KSK Furtwangen) gelang im Viertelfinale mit ihrem Schultersieg über Europameisterin Anastasija Grigorjeva (LAT) eine kleine Sensation, im Halbfinale unterlag die DRB-Ringerin jedoch der späteren Siegerin Monika Michalik (POL) und stand damit im Kampf um Bronze, den sie gegen Temitope Ogunjimi (Kanada) durch einen Schultersieg gewann.

Ein starkes Turnier kämpfte im schwersten Limit bis 75 kg auch Maria Selmaier (75 kg/KSC Motor Jena), die im Viertelfinale gegen Leah Callahan (CAN) über sich hinaus wuchs. Doch Erica Wiebe war dann doch eine starke Kanadierin zuviel für die DRB-Auswahlringerin, die sich am Sonntag im Duell um Bronze mit technischer Überlegenheit (14:3 Wertungspunkten) gegen Patrycja Howis (POL) durchsetzte.

Eine gute Bereicherung des mit 20 Nationen ohnehin stark besetzten Grand Prix von Dormagen, war die Teilnahme der einstigen Weltspitzenringerin Natalia Golts (58 kg/Russland). Die 29-jährige Russin hatte 2010 als Vize-Europameisterin ihre internationale Laufbahn beendet und startete in diesem jahr ein Come Back. In Dormagen unterlag sie im Halbfinale unglücklich der Ungarin Emese Barka, die fünffache Europameisterin und Vize-Weltmeisterin von 2008 wurde in Dormagen Dritte.

Bei den Mädchen gab es drei deutsche Siegerinnen, Jenny Kunze (38 kg/RSV Hansa 90 Frankfurt/O.), Annika Wendle (46 kg/ASV Altenheim) und Theresa Edfelder (70 kg/SC Anger) standen auf dem Siegertreppchen ganz oben. Während Jenny Kunze im leichtesten Limit allein über die Waage ging, musste sich Annika Wendle regelrecht durch die starke Konkurrenz wühlen, im Finale landete die Südbadenerin einen Sieg über Anzhelika Fedorova (Russland) mit einer Wertung, die sie mit dem Schlussgong holte. Der Turniersieg von Theresa Edfelder war eine kleine Überraschung, die junge Dame aus dem äußersten Süden Deutschlands vertrat die frischgebackene Kadetten-Europameisterin Nicole Amann, die ebenfalls vom SC Anger kommt hervorragend, steigerte sich von Kampf zu Kampf und ließ dann auch im kampfbetonten Finale gegen die Polin Natalia Strzalka beim 8:2 nichts mehr anbrennen.

Im Finale stand nach siegreichen Vorrundenbegegnungen auch die frischgebackene Dritte der Kadetten-Europameisterschaft Viviane Herda (60 kg/KSV Witten), die dann allerdings gegen Emma Johansson (SWE) unterlag, mit dem Einzug ins Finale jedoch Silber schon sicher hatte. Mit einem Sieg über Alexia Seal (CAN), sowie einer Niederlage gegen Olga Gurova (RUS) holte die Silbermedaillengewinnerin der Kadetten-EM 2014 Johanna Meier (WKG Weitenau-Wieslet) auch in Dormagen die Silbermedaille. Starke Kämpfe bot auch Serena Böhlke (49 kg/RSV Hansa 90 Frankfurt/O.) in einem starken Teilnehmerfeld, eine Leistung, die am Sonntagmorgen auch mit Bronze belohnt wurde.

Knapp am Siegerpodium vorbei schlitterten Lisa Ersel (43 kg/SV Luftfahrt Berlin) und Elena Brugger (TuS Adelhausen), die in ihren Kämpfen um Bronze unterlagen und vierte Ränge belegten.

"Es war ein starkes Turnier mit großen Teilen der Weltspitze hier in Dormagen, der Grand Prix genießt einen guten Ruf", freuten sich die Organisatoren Detlef Zenk und Günter Suling über die immer weiter steigende Resonanz auf diesen Wettkampf, während die verantwortlichen Bundestrainer Nicolae Ghita, Patrick Loes und Alexandra Engelhardt das hohe Niveau des Grand Prix in Dormagen unterstrichen. 130 Ringerinnen aus 10 Nationen bleiben eine Woche beim internationalen Trainingslager in Deutschland, trainieren gemeinsam mit dem deutschen Damenteam in der Sportschule Hennef.

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