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Chronik 2015



Grand Prix von Deutschland 2015, Ringen Frauen und Mädchen in Dormagen (Jörg Richter)


(24.05.2015 / DRB/J. Richter) Internationale Spitzenklasse kämpfte am Wochenende beim Grand Prix der Damen in Dormagen, gleich mehrere führende Nationen im Frauenringen schickten ihre besten Ringerinnen auf die Matten, die dem Wettkampf ihren Stempel aufdrückten. Vor allem Russland und Schweden glänzten in den Finalkämpfen, insgesamt traten in den beiden Altersklassen der Frauen und Kadettinnen 250 Ringerinnen aus 18 Nationen an. Höchstleistung war damit auch vom Veranstalter gefordert. Die vielen Helfer um Günter Suling und Detlef Zenk boten den vielen Gästen ein gewohnt schönes Umfeld, rings um den Grand Prix der Damen, der zu den größten Frauenwettkämpfen Europas gehört. 

Auch die deutschen Damen hielten im internationalen Spitzenfeld lange Zeit gut mit. Allerdings verletzten sich im Turnierverlauf mit Weltmeisterin Aline Focken (69 kg/KSV Krefeld) und Jaqueline Schellin (48 kg/TV Mühlacker), zwei DRB-Ringerinnen, die zum Favoritenkreis ihrer Gewichtsklassen gehörten. Die erste Diagnose bei Aline Focken erwies sich als schmerzhafte Hüftprellung, Jaqueline Schellin schied mit einer Knieverletzung aus.

Einen Sturmlauf durch die Vorrunde legte Nina Hemmer (53 kg/AC Ückerath) hin, die alle Kämpfe vorzeitig gewann und am Sonntagmorgen im Finale stand. Unter den Besiegten war auch die Junioren-Vizeweltmeisterin des vergangenen Jahres Mercedes Denes (HUN). Zum Kampf um den Grand-Prix-Sieg trat Nina Hemmer mit Sophia Mattsson (SWE) eine der weltbesten Ringerinnen entgegen, die 2004 ihre erste internationale Medaille bei den Kadettinnen erkämpfte (in Albena /BUL wurde sie 2004 Europameisterin) und seither das Geschehen in ihrer jeweiligen Alters- und Gewichtsklasse maßgeblich mitbestimmte. Bei den Weltmeisterschaften 2014 in Taschkent (UZB) gewann Sophia Mattsson Silber. Im Dormagener Finalduell sorgte die hübsche Schwedin gegen Nina Hemmer schnell für klare Fronten, Mattsson gewann durch technische Überlegenheit noch in der ersten Runde des Kampfes, was die gesamte Turnierleistung von Nina Hemmer, die Silber gewann, nicht schmälert.

Mit Nadine Weinauge (63 kg/KSK Furtwangen) und Anna Schell (69 kg/RZL Aschaffenburg) kämpften sich zwei DRB-Damen auf Bronzeränge. Nadine Weinauge setzte sich im kleinen Finale gegen Breanne Graham (CAN) durch, Anna Schell bezwang im deutschland-internen Duell die Kadettenweltmeisterin von 2014 Nicole Amann (SC Anger).

Maria Selmaier (75 kg/KSC Motor Jena) und Elena Brugger (TuS Adelhausen) standen ebenfalls im kleinen Finale, unterlagen dort jedoch und erreichten fünfte Ränge. Elene Brugger unterlag der Französin Mathilde Reviere und Maria Selmaier hatte gegen Justina Distasio (CAN) im Kampf um Bronze das Nachsehen.

Bei den Kadettinnen kämpfte sich Emely Selinger (46 kg/KSV Seeheim) ins Finale, wo sie gegen Mariia Timuerkova (RUS) unterlag und damit Silber gewann. Auch Johanna Maier (43 kg/WKG Weitenau-Wieslet) erkämpfte sich im nordischen Turnier "Jeder gegen Jeden" den 2. Platz, die Vize-Europameisterin der Kadettinnen des Vorjahres gewann im Turnierverlauf vier Duelle, unterlag dagegen nur Aleksandra Skirenko (RUS).

Celine Mehner (40 kg/KSV Kirrlach) rundete die Medaillenbilanz des Deutschen Ringer- Bundes bei den Kadettinnen mit einer Bronzemedaille ab.

Gerade in der Altersklasse der Kadettinnen wurde die drückende Übermacht der Ringerinnen aus Russland spürbar, die acht- der zehn Turniersiegerinnen stellten. Nur Ewelina Ciunek (65 kg/POL) und Denise Ström (70 kg/SWE) durchbrachen die russische Dominanz in den schweren Gewichtsklassen.

„Angesichts der Weltklasse, die hier am Start war, sind wir bei den Damen mit einer Finalteilnahme- und vier Frauen, die im kleinen Finale um Bronze standen, zufrieden“, so Frauen-Bundestrainer Patrick Loes, der für die Mannschaftsleistung den Pokal für die zweitbeste Mannschaft in der Teamwertung in Empfang nahm, Erster wurde Russland, hinter Deutschland rückte Weißrussland als drittbestes Team über die Ziellinie. Auch Alexandra Engelhardt und Rainer Kamm, die sich für den weiblichen Nachwuchs verantwortlich zeigen, schauten angesichts zweier Silber- und einer Bronzemedaille, sowie vieler guter Anschlussleistungen zufrieden drein.

Immerhin erfuhr der Frauenringkampf in den letzten Jahren eine riesige Aufwertung innerhalb des Ringer- Weltverbandes UWW. 2004 traten erstmals Frauen in vier Gewichtsklassen zum Kampf um Olympiamedaillen an, ab 2016 werden es sechs Gewichtskategorien sein, in denen es um olympisches Edelmetal geht. Damit werden die Damen mit den Männern gleichgestellt, die in Rio im Freistil- und griechisch-römischen Stil ebenfalls mit jeweils sechs Gewichtsklassen vertreten sind.

Für insgesamt 100 Ringerinnen aus sieben Ländern geht es nun mit einem einwöchigen Trainingslehrgang an der Sportschule Hennef weiter.

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